Diakoniewerk Osterburg eV
Donnerstag, 22. Oktober 2009 um 08:58

Schulsozialarbeit                                                  

Ein ESF – Programm des Landes Sachsen-Anhalt

Anfang März 2009 begann die Jugendwerkstatt Hindenburg im Landkreis Stendal zusammen mit anderen Trägern der Region das Projekt Schulsozialarbeit.

Nachdem wir innerhalb der Modellphase von Februar 2007 bis Juli 2008 umfangreiche Erfahrungen an der Sekundarschule Adolph Diesterweg in Stendal machen konnten, wurde ein Neubeginn an verschiedenen Schulen des Landkreises realisiert.

Ziel ist die Bildung eines trägerübergreifenden Netzwerkes zwischen den einzelnen Schulen zur Vermeidung bzw. Verringerung von Schulversagen. Hauptsächlich wird es dabei um die Senkung der Zahl der Schüler gehen, welche die Schule ohne Schulabschluss verlassen.

Zurzeit profitieren fünf Schulen vom Einfluss der Schulsozialarbeiter unserer Einrichtung.

 


1.Gemeinschaftsschule Seehausen            2. Sekundarschule “Geschwister Scholl” Goldbeck

 

3. Förderschule “Pestalozzi” Stendal 4. Sekundarschule "Adolph Diesterweg", Stendal

 

5. Markgraf-Albrecht-Gymnasium, Osterburg

Zu erwähnen ist dabei, dass sich alle Schulen selbstständig für dieses Angebot beworben haben, was einen Indikator für Motivation und Bedarf an den einzelnen Schulen darstellt.

Basierend auf der Überzeugung, dass Schüler und Lehrer über Rechte und Pflichten (z. B. die Pflicht, den Unterricht störungsfrei zu ermöglichen) im Schulalltag verfügen, und jedem Schüler die Entscheidung für oder gegen die Wahrnehmung seiner Pflichten überantwortet wird, soll in der Schulsozialarbeit ein Rahmen geschaffen werden, Unterrichtsstörungen aufzuarbeiten bzw. für die Zukunft vertraglich zu regeln.

Die Schulsozialarbeiter arbeiten nach einheitlichen Standards, die vorab festgeschrieben wurden. Wir möchten die Schüler anregen, ihren “Lernraum” auch zunehmend als ihren “Lebensraum” wahr zu nehmen und mit zu gestalten.

Um nicht als Instrument der Schule gewertet zu werden, bleibt die Dienst- und Fachaufsicht in den Händen des Diakoniewerkes Osterburg e.V..

Folgende Schwerpunkte kennzeichnen unsere Arbeit mit Schülern, Lehrern und Eltern

1. offener Ansprechpartner für Schüler, Lehrer und Eltern bei Problemen, Anregungen und Kritik im schulischen und privaten Bereich
(Maxime: Vertraulichkeit, Toleranz, Freiwilligkeit)

2. erlebnispädagogische Angebote schaffen für Freistunden, Nachmittage und Ferien

3. Elternarbeit (“Schulsozialarbeit ist kein Instrument der Schule”) zu Fragen rund um Schule und Erziehung

4. Zusammenarbeit mit Jugendhilfeinstitutionen des Landkreises

5. Parteilichkeit auf Seiten der Schüler

6. Gestaltung von thematischen Elternabenden mit Diskussionsmöglichkeiten

7. Unterstützung von Schülern und Lehrern bei der Entwicklung von Lösungsansätzen für Probleme im Klassenverband

8. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, um Transparenz zu gewährleisten und für den Lebensalltag Schule zu sensibilisieren

Diese Übersicht kann keine Vollständigkeit bieten, da sich jede der Schulen mit den Besonderheiten des Einzelfalles auseinander setzen muss. Als Ressource sehen wir dabei den gegenseitigen Austausch untereinander an. Die Sozialarbeiter verfügen über verschiedenste Kenntnisse und Fähigkeiten, wovon alle Schulen profitieren können, wie z.B. Mobbing, Selbstverteidigungstraining, Deeskalationstraining, Berufsbildung, Ergotherapeutische Angebote, Drogensucht bzw. -missbrauch und Straffälligkeit. Werkzeuge, mit welchen der Anspruch “Schule als Lebensraum” verwirklicht werden kann, sind Schülerfirma, Spielgeräteausleihe, Schülerzeitung, Mediationsgruppe, Pausenbetreuung, thematische und sportliche Arbeitsgemeinschaften oder die Mitgestaltung von Projekttagen.

Neben der Schulsozialarbeit, die durch unseren Träger angeboten wird, erbringen noch drei weitere Träger in unserem Landkreis an verschiedenen Schulen diese Leistung. Neben regelmäßigen Treffen im Rahmen der “Regionalen Netzwerkstelle” findet auch über kurzfristige Informationswege ein Austausch untereinander statt.