Diakoniewerk Osterburg eV
Teeniegruppe

1. Zielgruppenbeschreibung

Aufnahme in die Teeniegruppe, einem Projekt mit tagesgruppenähnlicher Struktur, finden Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren mit unterschiedlichen Problemkonstellationen. Dazu gehören Konflikte in Familie, Schule, sozialem Umfeld und Verhaltensauffälligkeiten. In unserer Arbeit mit den Jugendlichen haben wir es zunehmend mit sogenannten Multiproblembiografien zu tun, in denen sich Probleme aus den verschiedensten Bereichen finden und / oder in denen bereits Jugendhilfe geleistet wurde.
Die Zuweisung erfolgt über das Jugendamt des Landkreises Stendal. Die Teilnahme an der Maßnahme ist auf 12 Monate befristet. Häufig stellt die Teeniegruppe auch einen adäquaten Anschluss für Jugendliche nach Heimaufenthalten, psychiatrischer Unterbringung oder ambulanten Hilfen dar, deren positive Entwicklung fortgeführt und stabilisiert werden soll. Eine Aufnahme muss durch Gespräche mit den Mitarbeitern des Jugendamtes, den Jugendlichen und ihren Familien bzw. unter Umständen auch mit behandelnden Psychologen oder Psychiatern abgeklärt werden. Offensichtliche Suchterkrankungen und schwerwiegende psychiatrische Erkrankungen sind hierbei Ausschlusskriterien, die im Vorfeld abgeklärt bzw. medizinisch behandelt werden müssen.

2. Ziele

Das Angebot der Teeniegruppe beinhaltet vornehmlich die sozialpädagogische Betreuung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen am Nachmittag. Dabei nutzen wir einen festen, aber dennoch flexibel gestalteten Wochenplan, auf den die Jugendlichen maßgeblichen Einfluss haben.
Unsere Arbeit beinhaltet folgende Zielstellungen:

  • sinnvolle, altersgerechte Freizeitgestaltung mit Anregung zum selbstständigen Nachmachen
  • Ausbau von Kontakt- und Konfliktfähigkeit (Desensibilisierung)
  • individuelle Problembearbeitung und Klärung des professionellen Hilfebedarfs unter Einbeziehung des Klientennetzwerkes
  • Motivation, Perspektiven und praxisgerichte Hilfsmittel für den Schulalltag geben
  • Entwicklung der Gruppenfähigkeit
  • Umgang mit dem Thema Familie und deren Wertschätzung

Grundlage unserer Arbeit ist die kompetenzorientierte Ausrichtung auf der Basis wertschätzender Beziehungsarbeit. Wir bieten Hilfen an und unterbreiten Beziehungsangebote.

3. Zusammenarbeit mit Schule und Jugendamt

Einen wichtigen Platz in unserer Arbeit nimmt die Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrern und Jugendamt ein. Vor allem die Eltern müssen in unsere Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen eingebunden werden. Dies kann und soll vordergründig begleitend geschehen. Nach Bedarf können Hausbesuche durchgeführt werden, wobei die Wünsche und Bedürfnisse der Klientel maßgeblich sind. Um einen regelmäßigen Austausch durchzuführen, halten wir einmal wöchentlich telefonischen Kontakt mit den Eltern.
Bei den regelmäßig stattfindenden Hilfeplangesprächen werden der aktuelle Entwicklungsstand widergespiegelt und Zielstellungen abgeglichen. Gemeinsam mit Eltern, Lehrern und Jugendamt werden Fortschritte verdeutlicht und neue Ziele und Perspektiven festgeschrieben. Neben den Mitarbeitern von Schule und Jugendamt nutzen wir ein flexibles Netzwerk ortsansässiger Institutionen, um den Jugendlichen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihre Freizeit nach Beendigung der Hilfe sinnvoll gestalten oder Hilfe erhalten können.